Manche Bücher schreibt man aus Zorn und das dauert, falls es denn echter Zorn ist, der sie motiviert, nie lange. Ich habe drei Bücher aus Zorn verfasst und bilde mir ein zu wissen, wovon ich hier rede. Diese Texte sind so etwas wie die One-Night-Stands der Literatur. Sie werden entworfen und niedergeschrieben wie in einem Rausch, meistens bei unzulänglicher Beleuchtung und einem relativ ungesunden Dopamin- und/oder Drogenlevel im Hirn.
Andere Romane schreibt man, weil man Antworten auf Fragen sucht, die man bisher nirgendwo fand. Sie zu einem guten Ende zu bringen, erweist sich meist als komplizierter und schwieriger als jene One-Night-Stand-Bücher. „Instinct- Der Tod in den Wäldern“ zählt zur Kategorie der Bücher, die etwas länger brauchten. Es waren nämlich exakt 5 Jahre, bis aus der ersten vagen Idee der Text wurde, den der Piper Verlag schließlich veröffentlichte.
Worum geht’s im Buch?
Um die ganz großen Fragen natürlich! Nur eine davon ist die danach, wie es Deutschland in knapp hundert Jahren mit der guten Tradition von Funklöchern hält 😉
Okay, es geht um mehr als Funklöchertraditionen. Denn am Anfang des Romans stand die Überlegung, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die den Klimawandel entschärfen und sich durch immensen technischen Fortschritt auch von bestimmten eher nervigen Aspekten des Kapitalismus befreien konnte. Reicht das bereits aus, um glücklich zu werden?
Weil Literatur durchaus unterhalten sollte, erzählt „Instinct“ vor allem die Geschichte der Wildhüterin Elena, die auf einer einsamen Station mitten in der Wildnis auf ein Rätsel stößt, das sie und ihre Kollegen in tödliche Gefahr bringt. Elenas Geschichte spielt in etwa 100 Jahren, in einer Zeit, in der Klimawandel kein Thema mehr ist, technischer Fortschritt ein durchaus bequemes Leben ermöglicht und an der Oberfläche alles gut ist. Nur könnte es sein, dass Elenas Zeitgenossen* bei ihren Mühen, die Welt zu retten, vielleicht ein paar uralte bösartige Probleme verdrängt haben, die jetzt ihre hässlichen Köpfe recken und alles Erreichte in Gefahr bringen ….
Ach ja, falls all der Text bisher eure Neugier noch nicht wecken konnte, dann gelingt es vielleicht den beiden Werken, die meinen Roman inspiriert haben. Das eine ist der klassische Science Fiction Film „Planet der Affen“ das andere Joseph Conrads berühmte Novelle „Reise ins Herz der Finsternis“, die inzwischen zur Weltliteratur zählt.